Schule

aktualisiert am: 22. Dezember 2020

Zwei Räume für 8 Klassen

Bis zur Auflösung der Grundschule 1973/74 gab es im Rathausgebäude zwei Schulräume. Im einen Schulraum waren die Grundschulklassen 1 bis 4 untergebracht und wurden auch zusammen unterrichtet. Im anderen Schulraum waren die Klassen 5 bis 8 untergebracht und wurden zusammen von einem Lehrer betreut. Früher war dies Lehrer Boos. Später Lehrer Frank (wohnte in Hochhausen) Oberlehrer Julius Baßler wohnte über der Schule in der Lehrer-Wohnung und unterrichtete die 5 bis 8 Klassen. Lehrer Bauer wohnte in Dittigheim und unterrichtete die 1 bis 4 Klasse. Nach Lehrer Bassler kam 1964/65 der Lehrer Kilian Döhner bis zur Auflösung der Schule 1973/74. Danach gingen die Schüler der 1.- 4. Klasse in die Grund- oder Hauptschule nach Distelhausen.

Ab der 4 Klasse konnte man in die Hauptschule, oder in die heutige Realschule oder das Gymnasium nach TBB. In den 1960er bis 75er Jahren kamen immer kurzfristig Junglehrer und Lehrerinnen.

Die Kinder aus Hof Steinbach, das zu Dittigheim gehört, mussten jeden Tag in die Schule nach Dittigheim zu Fuß gehen und auch wieder zurück. Das ganze Jahr durch. Egal bei welchem Wetter.

Die Volksschule war von 19?? bis 1971 hier direkt in Dittigheim im heutigen Rathaussaal neben der Kirche. Es gab 8 Klassen, 2 Klassen wurden immer zusammengelegt, folglich waren 4 Schuljahrgänge zusammen. Die Lehrer zu dieser Zeit waren sehr streng und hießen Herr Boos (dieser war ein Verwandter von Fam. Maier, er wohnte auch bei dieser Familie), Herr Basler und Herr Lutz. Bei Ungehorsam herrschte noch die Prügelstrafe. Vor Schulbeginn gab es täglich einen Schülergottesdienst um 7.30 Uhr. Nach dem Schulunterricht mussten die Kinder bzw. Jugendlichen zuhause mithelfen, im Haus, Hof oder auf dem Feld. Schularbeiten wurden erst abends nebenbei erledigt.

Rechts-Links-Schreiber wurden damals noch mit Gewalt umgelernt mit der rechten Hand zu schreiben. Nam durfte nur rechts mit der „schönen Hand“ schreiben.

Oft dichteten die Schüler einen Spruch für den Lehrer: Schulspruch:

„Der Himmel ist blau, das Wetter ist schön, Herr Lehrer wir wollen spazieren, wir wollen im Freien schwitzen, als auf der harten Schulbank sitzen.“

Sehr selten, fast nie, wurden sie erhört, die Lehrer und auch der Pfarrer waren sehr streng.

Zudem wurde dem Lehrer das Schulhaus von den Schülern geheizt, es war eine Aufgabe das Holz immer nachzulegen.

Die Ferien richteten sich nach der Landwirtschaft, der Erntezeit und wie die Familien die Hilfe ihrer Kinder benötigten. Spontan wurden vom Lehrer morgens vor dem noch gedachten Schultag die Ferien verkündet, da heute ein guter Erntetag sei usw. und eine schöne Wetterfront vorrausgesagt wurde, also spontan Ferien bzw. Arbeitszeit auf dem Feld oder wo sonst Mithilfe nötig war.

Folglich erzählten die Frauen, dass es eigentlich keine Ferien gab. Immer musste daheim mit- bzw.- zusammengeholfen werden. Schule war nicht so wichtig.

Erst richtig lustig wurde es in der Volksschule, die wir damals 8 Jahre besuchten (weitere Anmerkung: mit habe a studiert- mir sin 8 Jahr lang am Gymnasium vorbeigeloffe). Die ersten beiden Klassen waren im jetzigen Club90, Klasse 3 und 4 im jetzigen Vitussaal.“

Peter wirft ein“ glernt hamma nix, mir sin halt higange“

In der Schule gab es eine Arrest“kammer“- mit Fenster zum Bauer Freund. Gottfried verbrachte dort hin und wieder Zeit 🙂 , z.B., wenn er beim Stibitzen von Schokolade von der Schulspeis, die eigentlich nur für die Flüchtlinge gedacht war, erwischt wurde. Sein Pausenbrot- ein Stück Brot mit Leberwurst oder Honig- hat er oft mit den Flüchtlingskindern geteilt (z.B. Walter Mühldräxler, Burghilde, Kurt Seiler.. und der heutigen Frau von Peter- Gerda, geb. Schubert) Die hatten nämlich Schokolade und Kekse „von de Ami“. Im Nachhinein war das wohl eine gelungene Integration von Flüchtlingen (Anm. d.Red.).

Die Schule wurde damals noch mit einem Holzofen geheizt und es war die Aufgabe der Kinder, Holz nach oben zu tragen.

Unterrichtet wurden die Kinder zu Gottfrieds und Peters Zeiten von den Lehrern Boos aus Dittigheim, Lutz aus TBB, später Schilling, Frank und von Frau Spatz.

Gottfrieds Anmerkung: „Parademarsch, Parademarsch, die Spatzin hat n Loch im Arsch“  oder über Lehrer Lutz: „Siehst du im Osten das Kommisbrot, darüber die stinkende Unterhos, am Nagel die rostige Flinte, auf, auf, Kameraden, wir wollen es wagen, wir wollen dem Lutz die Glatze verschlagen“ Lehrer Lutz kam oft mit dem Fahrrad- wenn er aber das Zimmer verließ, fuhren die Kinder mit seinem Rad im Raum herum. Hatte es Hochwasser, dann kam der Lutz auch mal barfuß zur Schule.

Pfarrer Schell aus Höpfingen war ein unangenehmer Zeitgenosse- mit einem Vierkantlineal schlug er den Kindern bei Nichtgehorchen auf die Finger. „ Zuerst hat er die Aaache verdreht bis des weiße rauskam und dann hat er zugschlage“, so Gottfried. Noch heute hat Peter eine Beule am Kopf „Da war der Schell außer sich vorWut und hat mir eine neighabe“

Das Fach Turnen gab es schon damals. Die Turnhalle wurde 51 gebaut und die Kinder lernten dort das Marschieren. Der Boden war noch aus Lehm. Bei den Lehrern Frank und Schilling wurde anstelle von Sport auf der zugefrorenen Tauber Schlittschuh gelaufen.

„Vom Lehrer Boos hab ich de Ranze voll gekriegt, ich hab dann seine Enkelin verhauen und er dann wieder mich- das war ein Geben und Nehmen :-)“ ,meint Gottfried, „außerdem hab ich mit den Zöpfen von der Geislers Doris Pferdle gspielt!“

Eleonore und Diane gingen nur noch in Kl.1 und 2 in Dittigheim zur Grundschule, die Klassen 3 und 4 wurde ab dann schon in Distelhausen unterrichtet. Als Zeitvertreib geben die beiden Versteckenspielen in alten Scheunen, Hüpfkästchen, Gummitwist und Hullahupp an! Für Elle war es ein besonderes Ereignis, wenn ein Paar in der Diddemer Kirche heiratete- danach wurden von den Verwandten des Paares Münzen von der Treppe des Kircheineingangs geworfen- und Elle hat sich damit gleich ein Eis gegönnt. (Anm. als ich- Jg 1979 klein war, gab es das auch noch!)Tags: klse


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